Fechten ist eine elegante Sportart, die Tradition und moderne Athletik vereint. Sie bietet Menschen jeden Alters zahlreiche Vorteile und kann ohne Altersbeschränkung ausgeübt werden. Die faszinierende Disziplin fördert Präzision, Fairness, Koordination und strategisches Denken. Sie stärkt die Muskulatur, verbessert die Ausdauer und schult die Konzentration. Darüber hinaus ist Fechten eine hervorragende Möglichkeit, neue Freundschaften zu schliessen und Teil einer respektvollen Gemeinschaft zu werden.
Was ist Fechten
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Degen
Der Degen hat eine Gesamtlänge von 110 cm, davon entfallen 90 cm auf die Klinge. Das Gesamtgewicht der Waffe darf 770 Gramm nicht überschreiten. Wie das Florett ist der Degen eine reine Stichwaffe, mit der ausschliesslich mit der Spitze angegriffen wird. Die Zielfläche ist der gesamte Körper von Kopf bis Fuss einschliesslich Kleidung und Ausrüstung.
Im Gegensatz zu Säbel und Florett gibt es beim Degen kein Vorrecht. Jeder Treffer wird gezählt. Sie werden allein auf Grundlage der elektrischen Aufzeichnung des Geräts gewertet, das den ersten Treffer verzeichnet hat. Ausserdem sind beim Degen Doppeltreffer erlaubt, die jedoch innerhalb von 40 Millisekunden (1/25 Sekunde) nacheinander erfolgen müssen.
Degenfechten ist eine der fünf Einzeldisziplinen im modernen Fünfkampf (Pentathlon, Pentathlon Suisse).
In diesen Clubs kannst du Degenfechten:
Florett
Das Florett hat eine Gesamtlänge von 110 cm, wobei die Klinge 90 cm lang ist. Das Gesamtgewicht der Waffe darf 500 g nicht überschreiten. Das Florett ist eine reine Stichwaffe. Fechter*innen können nur dann einen Treffer erzielen, wenn sie mit der Spitze ihrer Waffe die definierte Zielfläche ihres Gegners, die auf den Oberkörper beschränkt ist, treffen.
Auch ungültige Treffer unterbrechen den Kampf, werden jedoch nicht gezählt. Beim Florettfechtkampf gilt das Vorrechtsprinzip: wer einen Angriff startet, hat das Vorrecht. Um nicht getroffen zu werden, versucht der Gegner in der Regel, den Angriff abzuwehren und, wenn dies gelingt, zu kontern. Um nicht abgewehrt zu werden, kann der Angreifer verschiedene Taktiken anwenden, beispielsweise Ausweichmanöver oder Coupes, mit denen er der Klinge des Gegners ausweichen kann.
In diesen Clubs kannst du Florettfechten:
Säbel
Der Säbel hat eine Gesamtlänge von 105 cm, davon entfallen 88 cm auf die Klinge. Das Gesamtgewicht der Waffe darf 500 g nicht überschreiten. Im Vergleich zu den beiden anderen Waffen kann ein Treffer mit dem Säbel nicht nur mit der Spitze, sondern auch mit der Schneide erzielt werden. Die Trefferfläche umfasst alles oberhalb der Taille, einschliesslich Kopf und Arme.
Wie beim Florett unterliegt auch der Säbel den Regeln des Vorrechts: wer einen Angriff startet, hat das Vorrecht. Um nicht getroffen zu werden, versucht der Gegner in der Regel, den Angriff abzuwehren und, wenn dies gelingt, zu kontern. Um nicht abgewehrt zu werden, kann der Angreifer verschiedene Taktiken anwenden: Ausweichmanöver oder Coupes beispielsweise, also verschiedene Möglichkeiten, der Klinge des Gegners auszuweichen.
In diesen Clubs kannst du Säbelfechten:
Fechten im Rollstuhl
Das Rollstuhlfechten wurde von Sir Ludwig Guttmann im Stoke Mandeville Hospital entwickelt. Seit der Premiere im Jahr 1960 bei den Paralympischen Spielen in Rom ist es ein fester Bestandteil des paralympischen Programms und fördert die Inklusion sowie das Leistungsvermögen von Athlet*innen mit Behinderung.
Beim Rollstuhlfechten treten Menschen mit Amputationen, Rückenmarksverletzungen und Zerebralparese in verschiedenen Disziplinen an, darunter Florett und Degen für beide Geschlechter sowie Säbel für Männer. Die Rollstühle der Athlet*innen sind während des Wettbewerbs am Boden befestigt. Die Athlet*innen können sich nur durch Bewegungen des Oberkörpers verteidigen und angreifen, wobei sie eine Hand an der Waffe und die andere zur Stabilisierung am Rollstuhl halten. Beim Florett sind die Trefferflächen der Rumpf, beim Degen und Säbel der Rumpf, die Arme und die Maske.
Die Athlet*innen werden in drei Klassen eingeteilt: Klasse A umfasst Fechter*innen mit intakter Rückenmuskulatur, die meist stehen oder laufen können. In Klasse B sind Fechter*innen mit eingeschränkter Rücken- und Bauchmuskulatur, aber voller Arm- und Handfunktion. Klasse C umfasst Fechter*innen mit eingeschränkter Funktion der Arme und Hände.
Weitere Informationen findest du auf den Websites von Swiss Paralympic und World Para Fencing.
In diesen Clubs kannst du Rollstuhlfechten:
Therapeutisches Fechten
Beim therapeutischen Fechten handelt es sich um eine spezielle Form des Fechtens, die gezielt zur Förderung der physischen und psychischen Gesundheit eingesetzt wird. Bei dieser Methode werden die klassischen Fechttechniken mit therapeutischen Ansätzen kombiniert, um Menschen mit unterschiedlichen gesundheitlichen und sozialen Bedürfnissen zu unterstützen.
Nachdem die positiven Auswirkungen des Fechtens auf das Selbstvertrauen und die psychische Belastbarkeit in verschiedenen Schweizer Fechtclubs beobachtet wurden, wurde ein auf die Bedürfnisse von Frauen mit Brustkrebs zugeschnittenes Fechtangebot geschaffen. Das Ziel besteht darin, den Teilnehmerinnen dabei zu helfen, die Kontrolle über ihren Körper zurückzugewinnen und eine positive Dynamik auf ihrem Weg der Rehabilitation zu entwickeln.
Im Gegensatz zum klassischen Fechtunterricht muss beim therapeutischen Fechten auf körperliche Einschränkungen, ein schwankendes Energieniveau und den emotionalen Zustand der Teilnehmerinnen Rücksicht genommen werden. Darüber hinaus ist es wichtig, einen psychologischen Aspekt in den Fokus zu rücken und ein Klima des Wohlwollens und des Vertrauens zu schaffen.
Diese Clubs bieten therapeutisches Fechten:
Theaterfechten
Beim Theaterfechten (auch Bühnenfechten oder szenisches Fechten genannt) werden Kämpfe für Theater, Film und Fernsehen choreografiert dargestellt. Dabei werden Techniken des historischen und modernen Fechtens sowie akrobatische Elemente eingesetzt, um realistische und sichere Kampfszenen zu erzeugen. Diese sollen Geschichten erzählen und Spannung erzeugen, ohne die Darsteller*innen zu verletzen.
Zentrale Merkmale des Theaterfechtens sind die präzise Choreografie, bei der alle Bewegungen, Angriffe, Paraden und Ausweichmanöver genau abgesprochen und eingeübt werden, sowie die Verwendung von Schutzausrüstung. Im Vordergrund steht die Illusion eines überzeugenden Kampfes, wobei eine Kombination aus klassischer Fechtkunst und angepassten Techniken für die Bühne verwendet wird, um Distanz und Aktion zu simulieren. Trotz der Intensität hat die Sicherheit der Darsteller*innen stets oberste Priorität, wobei auch das Fallen als wichtiger Bestandteil einfliesst.
Darüber hinaus ist das Theaterfechten ein kraftvolles Mittel, um Charaktere und Konflikte auszudrücken und die Handlung emotional voranzutreiben. Im Gegensatz zum Sportfechten, bei dem es um Wettkampf und das Treffen des Gegners geht, konzentriert sich das Theaterfechten auf die Illusion des Kampfes und das Erzählen von Geschichten, wobei tatsächliche Treffer vermieden werden.
In diesen Clubs kannst du Theaterfechten:
Historisches Fechten
Historisches Fechten umfasst die Rekonstruktion und das Training historischer europäischer Kampfkünste (HEMA), die auf den Lehren von Fechtmeistern des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit basieren. In Kombination mit alten schriftlichen Quellen werden Techniken und Philosophien aus dieser Zeit neu interpretiert und in modernen Trainingsformaten angewendet.
Diese Kunstform zielt darauf ab, die komplexen Mechaniken des Schwertkampfes sowie des Kriegsringens zu verstehen und zu vermitteln. Obwohl eine 100% authentische Rekonstruktion nicht möglich ist – da die ursprünglichen Anwendungen in der heutigen Zeit oft nicht mehr relevant sind – bleibt das Interesse an diesen historischen Techniken lebendig.
Die Faszination für historisches Fechten liegt in der Wiederbelebung eines vielfältigen und komplexen Kampfsystems, das die Werte und Traditionen vergangener Zeiten in die moderne Welt überträgt. Schwertkämpfer und Interessierte können so einen würdevollen Zugang zu dieser Tradition finden und ihre Kenntnisse stetig erweitern.
Weitere Informationen findest du auf der Website von Swiss HEMA.
Lichtschwertkampf
Das Lichtschwert ist wohl die bekannteste Waffe im Science-Fiction-Genre. Seit 2006 verbreiten die Gründer des italienischen Vereins LudoSport den Lichtschwertkampf als sportliche Betätigung, künstlerische Darbietung oder zum reinen Vergnügen. Diese Sportart verfügt über ein kodifiziertes System aus sieben Kampfformen und ermöglicht es Menschen, sicher und frei gegeneinander anzutreten.
LudoSport fördert den Spass in einem sportlichen Umfeld, stärkt soziale Beziehungen und vermittelt Respekt sowie ein besseres Körperbewusstsein. Sie fördert Fantasie, Eleganz und Reflexe. Jede LudoSport-Schule bietet eine einheitliche Umgebung, in der die Teilnehmer ihre Techniken verbessern können, ohne den Spass aus den Augen zu verlieren.
Auch in der Schweiz wird der Lichtschwertwettkampf praktiziert. In mehreren Städten gibt es lokale Gruppen und Vereine, die Trainings und Veranstaltungen anbieten, wie beispielsweise die Saber Academy in Allschwil.
Weitere Informationen findest du auf der Website von LudoSport.